Endlich ist Simbabwe in den Nachrichten – aber wie meistens, wenn unsere Medien es wahrnehmen, dann schon, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Sollte in den nächsten Tagen dort nichts Wesentliches passieren gehe ich auch davon aus, dass das Thema schnell wieder aus den Nachrichten und damit aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist. Die UNO hat die gewalttätigen Übergriffe gegen die Opposition im Land verurteilt und fordert die Verlegung der am Freitag stattfindenden Wahlen zum Präsidenten, da eine freie und faire Wahl nun nicht mehr gewährleistet sei. Da Oppositionsführer Morgan Tsvangirai, der indessen in die niederländische Botschaft geflüchtet ist, vor einigen Tagen seine Wahlbeteiligung wegen der Gewalt gegen seine Anhänger zurück gezogen hat, ist eine freie Wahl sowieso nicht mehr möglich, denn meines Wissens nach kann sich der Wähler nun nur zwischen dem Diktator Mugabe und dem Diktator Mugabe entscheiden.
Dieser hatte schon vor Wochen gesagt, dass er nur tot die Macht abgeben würde. Da er das Militär und die Polizei hinter sich hat und auch die chinesische Waffenlieferung (ja, ein beliebtes Thema von mir: hier) angekommen sind dürfte er auch gute Chancen haben, wenn sich die Weltgemeinschaft nicht einschaltet. Ob der Sicherheitsrat jedoch zu einem Ergebnis kommt, das Hoffnung gibt, ist auf Grund der chinesischen Wirtschaftsinteressen in Simbabwe zweifelhaft. Und selbst wenn bleibt abzuwarten wie die Maßnahmen aussehen können und aussehen werden, um einen Diktator, der sich vieler Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht hat, zur Aufgabe der Macht zu zwingen. Wollen wir nur hoffen, dass sich das Thema noch möglichst lange im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit befindet, damit die Politiker sich zum Handeln gezwungen sehen.


