Gesine Schwan wird Horst Köhler im Amt des Bundespräsidenten ablösen, wenn es nach dem Willen und Wunsch von SPD-Vorsitzenden Kurt Beck geht. Da steht er selbst in seiner Partei relativ alleine, denn nach einer Umfrage würden selbst 2/3 der SPD-Wähler für Horst Köhler stimmen, 85% Zustimmung erhält er in der Gesamtbevölkerung. [Q] Sympathiewerte, die mich nicht überraschen: Köhler hat sich durch seine pflichtbewusste Wahrnehmung seiner Aufgaben und seine Art das höchste Amt unseres Staates auszufüllen ein hohes Ansehen in der Bevölkerung erworben.

Hatte es zum Zeitpunkt seiner Absichtserklärung ein weiteres Mal für das Amt des Bundespräsidenten zu kandidieren noch den Anschein gehabt, dass auch die SPD ihre Unterstützung zusagen würde, musste es jetzt doch eine eigene Kandidatin sein. Der Grund bleibt mir schleierhaft, denn die SPD erntet in erster Linie Unverständnis und auf Grund dessen, dass Frau Schwan nur mit den Stimmen der Linken gewählt werden kann, nährt es die Vermutungen über eine zukünftige Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene. Selbst wenn Frau Schwan die Wahl zur Bundespräsidentin gewinnen sollte hat die SPD meiner Ansicht nach auf jeden Fall durch diese Kandidatur verloren.

Die Umfragewerte der SPD sinken entsprechend immer weiter. Eine Tendenz, in erster Linie den Linken zugute kommt, die nach den aktuellen Wahlumfragen noch vor der FDP und den Grünen zur drittstärksten Kraft in der deutschen Parteienlandschaft werden würde. [Q] Es gibt schon Stimmen, die davon reden, dass hier eine neue Volkspartei heranwachsen könnte, und das die SPD ohne ihre lange Geschichte und Tradition schon längst von ihrem derzeitigen Platz verdrängt worden wäre. Soll die SPD diese von vielen befürchtete Tendenz aufhalten, dann war die Nominierung von Frau Schwan meines Erachtens der falsche Weg.

Aber dank der SPD wird es jetzt wieder spannend – sowohl bei der Wahl um das Amt des Bundespräsidenten, als auch bei der Verteilung der Wählerstimmen und damit der Zukunft der SPD selbst. So spannend zumindest, dass die Diskussion um die Bundespräsidentschaft sogar wichtiger ist als die Meldung, dass die Kinder betreffende Armut in Deutschland weiter wächst. Vielleicht wäre das Ansehen der SPD in der Bevölkerung besser, wenn man sich mehr um die Armut als um Personalfragen kümmern würde, aber über Prioritäten kann man ja unterschiedlicher Meinung sein …

Weiterführende Links: Wikipedia-Artikel Bundespräsident; Offizielle Seite des Bundespräsidenten

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